Renditen mit einem computerbasierten Handel von Dax-Futures versprach die Picam-Gruppe. Es handelt sich dabei um Termingeschäfte, mit großer Hebelwirkung. Sie sollten über die Schweiz und Lichtenstein abgewickelt werden. Die Anlagegelder hierfür sollen über das Konto eines Berliner Wirtschaftsprüfer eingesammelt worden sein.

Picam: Pest oder Cholera?

Die Anleger konnten dabei zwischen zwei Varianten wählen: dem Hochrendite-Modell und dem „Secure“-Modell. Bei ersterem mit Hinweis auf einen möglichen Totalverlust und bei letzterem soll nur mit einem Teil des Kapitals spekuliert und der Rest konservativ abgesichert werden.

Berater haften bei Falschaufklärung

Verkauft wurde dieses Anlagemodell offenbar durch zahlreiche Vermittler. Berichten zufolge sollen rund 300 Millionen von 2000 bis 3000 Anlegern akquiriert worden sein. Angeblich sollen rund zwei Drittel der Anleger das Hochrisikomodell gewählt haben.

Wenn etwas zu gut klingt, …

Traumrenditen von bis zu 20 Prozent wollten die Vermögensverwalter der Picam-Gruppe angeblich erwirtschaften. Medienberichten zufolge, stocken die Zahlungen der Picam-Gruppe an ihre Anleger inzwischen jedoch und zwar für beide Modelle. Anlegern dürfte das mit Sicherheit große Sorgen bereiten.

Schweiz hat reagiert

Alarmsignale kamen bereits Anfang 2017 aus der benachbarten Schweiz. Die dortige Finanzaufsicht Finma setzte die Piccor AG, die zum Picam-Verbund gehört, auf ihre Warnliste. Das geschieht grundsätzlich dann, wenn eine behördliche Bewilligung fehlt oder wenn die Untersuchungen der Finma „eine erhebliche Gefährdung von Anlegern durch Anbieter vermuten lassen“.

Strafanzeige?

Auch soll inzwischen von einer Rechtsanwaltskanzlei Strafanzeige erstattet worden sein. Die Berliner Staatsanwaltschaft soll bereits ermitteln. Diese Entwicklung dürfte Picam-Anleger bestimmt hellhörig werden lassen. Es steht zu befürchten, dass sie sich wohl auf unruhige Zeiten einstellen müssen.

Was Sie jetzt noch tun können:

Wenn auch Sie der Offerte des Beraters erlegen sind und Geld investiert haben, sollten Sie sich sputen. Erfahrungsgemäß ertragen die Anleger die größten Verluste, die am längsten warten. Auch bei der Picam-Gruppe können wir kein tragfähiges Konzept erkennen und müssen derzeit aufgrund der Veröffentlichungen von dem schlimmsten ausgehen.

Was ist bloß bei der Picam-Gruppe los?