HCI Fonds – JPO Tucana insolvent

Am 5. September 2016 wurde über der Schifffahrtsgesellschaft MS “JPO TUCANA” Schiffahrtsgesellschaft mbH & Co. KG das Insolvenzverfahren eröffnet. Was für Insider vielleicht keine Überraschung ist, trifft die Gesellschafter mit voller Härte.  Nach unseren Erfahrungen kann nicht mehr davon ausgegangen werden, aus dem Gesellschaftsvermögen noch einen nennenswerten Betrag erstattet zu bekommen. Zumal die Gesellschafter solcher Fonds in der Regel ganz hinten in der Reihe stehen und erst mit Quoten bedacht werden, wenn alle Gläubiger vorher und vollständig bedient wurden.

Speziell bei den HCI-Fonds gibt es jedoch ermutigende Rechtsprechung ….

Beraterversagen

Wie uns von einigen Gesellschaftern mitgeteilt wurde, ist der Fonds wohl auch als für die Altersvorsorge geeignet angeboten worden. Solche Aussagen sind jedoch schlicht falsch und irreführend. Das ist auch bereits in einem Urteil durch den BGH bestätigt worden. Generell lässt sich sagen, dass es keine prospektierungspflichtige geschlossene Beteiligung gibt, die sich als Altersvorsorge eignet.

Berater verdienen immer

Unsere Auswertung der Prospekte hat ergeben, dass fast zwei Millionen Euro nur für die Einwerbung von Kunden aus Fondsmitteln und Aufschlägen aufgewandt worden sind. Wenn man bedenkt, dass der Fonds gerade mal vierzehn Millionen Euro Anlegergelder eingesammelt hat, macht das bereits einen hohen Anteil des Gesamtvermögens aus.

Fondsauflage zur Unzeit

Unserer Meinung ist das Scheitern des Fonds nicht verwunderlich, da er zur Unzeit aufgelegt worden ist. Bereits im Jahr 2010 war erkennbar, dass die gesamte Schiffsfondsbranche in schwerem Wasser unterwegs ist. Und die Spezialisierung der Schiffe und der Kostendruck auf die Charterraten zeigt sich hier nur für einen kleinen Teil der Probleme verantwortlich.

Schadensersatz?

Für geschädigte Anleger hat sich in den letzten Jahren tendenziell eine Anlegerfreundlichere Rechtsprechung durchsetzen können. Dies können wir im Besonderen bei den Fonds beobachten, die eigentlich mit einem hohen Aufklärungsbedarf eingehen müssten. Viele Berater sparen sich die spezielle Risikoaufklärung und verweisen auf pauschale Risiken, über die zwar aufgeklärt werden müsse, die aber bei dem gerade vorliegenden Fonds nicht vorlägen.

Wir können Ihnen als Anleger des JPO Tucana nur dringend raten anwaltliche Beratung in Anspruch zu nehmen. Wenn Sie bereits Mitglied in einer unserer Interessengemeinschaften sind, ist die Beratung durch einen dedizierten Rechtsanwalt selbstverständlich kostenlos für Sie.

MS “JPO TUCANA” Schiffahrtsgesellschaft mbH & Co. KG