Begibt man sich auf die Website der Lignum Sachwert Edelholz AG, ist alles vornehmlich in der Farbe Grün gehalten. Die Seite setzt auf Nachhaltigkeit. Und Unabhängigkeit. Erreicht wird das mit Edelhölzern, so der Eingangstext. Etwas weiter darunter ist ein Interview mit dem Lignum-Gründer Dr. Andreas Nobis zu finden. Gleich die erste Antwort, die Nobis parat hat, mag gut gemeint gewesen sein, für Anleger allerdings dürfte er wie ein Schlag ins Gesicht wirken. Damit dieser Schlag Sie nicht aus der Bahn wirft, raten wir Ihnen, gemeinsam mit den Mitgliedern der iipk für Ihr Recht zu kämpfen. – Die Chancen stehen gut!
Befragt nach der ethischen Ausrichtung der Lignum Sachwert Edelholz AG, gibt Nobis folgende Antwort: „Wirtschaftlicher Gewinn ist nicht der höchste Zweck, ist nicht Ziel, sondern lediglich Mittel.“

Nun zeigt sich, dass eben jene Mittel offenbar nur eingeschränkt vorhanden waren. Denn aus den schönen, gewissenhaften Worten und der vermeintlich verantwortungsbewussten Arbeit wurde für die Anleger ein Desaster.

Grün, nachhaltig … pleite

Eigentlich weiß man es schon länger. „Grüne“ Unternehmen wie German Pellets, Prokon oder Green Planet AG haben längst unter Beweis gestellt, dass gesundes Wirtschaften und nachhaltige Unternehmensphilosophien nicht unbedingt in Einklang zu bringen sind. Und so überrascht es nicht, dass die Lignum Sachwert Edelholz AG am 28. April 2016 Insolvenz anmelden musste.

Dabei klang alles so schön. Mit Edelhölzern wie Kirsche, Maulbeere, Robinie oder Schwarznuss sollten Anleger nicht nur umweltfreundlich und also verantwortungsbewusst Geld anlegen. Es winkten, so die Lignum AG, auch attraktive Renditen. Doch ein Umstand macht stutzig: Für die Produkte „Nobilis Vita“, „Nobilis Rent“ und „Nobilis Priva“ gab es nicht einmal die vorgeschriebenen Prospekte. In Anbetracht der Tatsache, dass die Lignum Sachwert Edelholz AG der Finanzaufsicht BaFin die Verantwortung für die Insolvenz zuschieben sollte, mutet diese Praxis umso verwirrender an. Man muss die Frage stellen, ob die Produkte der Lignum AG überhaupt je Chancen auf dem Markt hatten.

Was hat die BaFin angestellt?

Nun, die BaFin hat die von der Lignum Sachwert Edelholz AG nachgereichten Prospekte nicht akzeptiert. Was die wiederum sich nicht gefallen lassen wollte und den Rechtsweg einschlug. Da der aber bekanntlich recht lange dauert, war es faktisch nicht mehr möglich, die Produkte der AG zu vertreiben. Dieser Umstand führte dazu, dass die Lignum AG eine sogenannte „Anleger-Interessenvertretung Lignum“ gründete. Man wolle, so der Tenor, „gemeinsam auftreten und mit einer Stimme sprechen.“

Klingt vernünftig, mag man dabei denken. Allerdings kann ein kleiner Zusatz dennoch für Grübeleien sorgen. Denn zwar sei die Interessenvertretung damit betraut, die Vertretung der Anleger und „ihre Rechte in der Insolvenz zu übernehmen.“ Dafür wird allerdings ein Einmalbetrag von 105,- Euro plus Mehrwertsteuer fällig, die jeder Anleger zahlen muss, wenn er in den „Genuss“ der Vertretung kommen will. Bei 105,- Euro pro Vertrag und und rund 5.000 Anlegern kommt eine üppige Summe zusammen. Auch die Gegenleistung mutet merkwürdig an. Da ist von der „Bezahlung des Sanierungsteams“ die Rede, von der „Bezahlung externer Fachberater“ und von der „Vertretung der Kunden im Gläubigerausschuss“.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt? Wohl eher nicht.

Erst gegen Umweltverschmutzung und dann gegen die BaFin?

Die Welt meint es nicht gut mit der Lignum Sachwert Edelholz AG. So sieht es zumindest die AG selbst. Schuld sind die anderen, in diesem Fall die BaFin, die die Verantwortung für die Insolvenz trage. Schließlich, so die Lignum AG, handele es sich bei den Produkten gar nicht um klassische Vermögensanlagen, die Verpflichtung eines Prospektes bestehe daher auch nicht. Eine eher dünne Argumentation, die jedoch die Erfolgsaussichten von Anlegern erhöht, denn da die Aufklärungspflichten kläglich vernachlässigt wurden, besteht die Möglichkeit, Schadensersatzansprüche geltend zu machen.

Den Kampf gegen die BaFin wird die Lignum Sachwert Edelholz AG verlieren, davon kann man wohl getrost ausgehen. Selbst wenn alle geprellten Kunden bereit wären, pro Vertrag die gut 100,- Euro zu zahlen, in ihrem Sinne würde die Sache vermutlich nicht ausgehen. Sinnvoll und ratsam ist daher rasches Handeln.

Es gibt zahlreiche Argumente gegen die Lignum Sachwert Edelholz AG, unter anderem Renditeversprechen von bis zu 11 Prozent. Ein Wert, der sich womöglich als völlig utopisch herausstellen wird.

Nutzen Sie die Erfahrungen der iipk mit vergleichbaren Fällen und bekommen Sie wieder Farbe im Gesicht. Es muss ja nicht gleich grün sein, aber eben auch nicht rot.

Lignum Sachwert Edelholz AG: Anleger sehen rot statt grün