Manchmal ist es ertragreicher eine Stunde über das Geld verdienen nachzudenken, als ein ganzes Jahr dafür zu arbeiten. Das haben sich vielleicht auch die Gründer des Start-Up für die intelligente Geldkarte PLASTC gedacht. Es klang aber auch zu schön um wahr sein zu können.

Eine für Alle!

Angeblich sollte die Geldkarte in der Lage sein, alle vorhandenen Kredit- Tank- und Zugangskarten in einer einzigen Karte zu vereinigen. Durch einen einfachen Finger-Wisch über die Oberfläche sollte man durch alle eingelesenen Karten scrollen können und eine E-Ink Oberfläche lichtet die gerade aktuelle Karte ab. Die fertige Karte sollten alle Investoren für ein paar Dollar erwerben können und lange Zeit wurden die Anleger in dem Glauben gelassen, dass die Karte fertig werden würde. Laut der letzten Nachricht von deren Internet-Seite müssen die Anleger diese Hoffnung nun wohl begraben.

Unkontrollierte Werbung

Es heißt, dass die Gesellschaft keinen klassichen Inkubator oder eine der zahlreichen Start-Up Finanzierungshilfen genutzt haben soll, sondern einzig Werbung auf einer eigenen Seite betrieben hat. Eines zeigt der Reinfall für die mutmaßlich mehreren tausend Investoren jedoch, es hat auch Vorteile, sich an die Spezialisten für Unternehmensfinanzierungen zu wenden. Mit denen kann man zwar auch reinfallen, aber wenigstens gibt es bei den meisten Anbietern noch eine Plausibilitätsprüfung. Meiner Meinung nach ist nicht sicher, dass Plastc solch eine Prüfung bestanden hätte.

Seit dem 20.04.2017 hat die Gesellschaft jetzt ihre Geschäftstätigkeit eingestellt und sich unter den so genannten “Chapter 7” begeben, ist also schlicht insolvent.

Sammelklage gegen die Verantwortlichen (Class Act)

Ob es Sinn hat, sich der im Netz beworbenen Sammelklage anzuschließen, muss jeder für sich selbst entscheiden. So wie wir die Sache sehen, hat der Großteil der Investoren eher sehr zurückhaltend investiert. Ob die mumaßlich 90 % Kleinanleger dann tatsächlich noch Anstrengungen unternehmen, um ein paar Krümel zurück zu erhalten, darf also eher bezweifelt werden. Die wenigen Großinvestoren wären nach Ansicht des Autors gut beraten gewesen, sich im Vorfeld dieses Investments von Spezialisten beraten zu lassen. (Honorarberater, Rechtsanwälte o.ä.) Diese hätten entweder abgeraten oder wären jetzt in einer Haftungsfalle. In Deutschland hingegen wäre diese Karte vermutlich gar nicht weiter beworben worden, da eine Zulassung schon alleine an den rechtlichen Hürden für deren allegemeine Akzeptanz gescheitert wäre.

Hinweis für Betroffene

Wir haben übrigens KEINE Interessengemeinschaft für die geschädigten Anleger der Plastc-Kreditkarte gegründet. Sollten Sie weitere Informationen zu diesem Thema haben, stehen wir Ihnen trotzdem gerne zur Verfügung. Sollten sich die Fragen an rechtlichen Themen orientieren, bekommen Sie als Mitglied der iipk jederzeit kostenfreien rechtlichen Rat, durch einen dedizierten Rechtsanwalt.

Dumm gelaufen: Intelligente Geldkarte Plastc