Equity Pictures Medienfonds IV: Viele Gesellschafter agieren nach dem Motto, die Hoffnung stirbt als letztes und halten dem Fonds deswegen die Treue. Die u.E. absehbaren weiteren Nachschussforderungen billigend in Kauf nehmend, hoffen diese auf einen Sieg gegen das Finanzamt. Wer sich jedoch nur ein klein wenig mit der Bilanzierung von Herstellungskosten auskennt, kommt wahrscheinlich – wie wir – zu einem ganz anderen Schluss!

Finanzgerichtsverfahren aussichtslos?

Prof. Dr. Jürgen Hilp hat hierzu ein interessantes Buch geschrieben: “Zur Haftung bei der Vermittlung geschlossener Fonds”. Interessant ist vor allem die Passage, die sich mit der so genannten Herstellereigenschaft bei Medienfonds beschäftigt. Er ist der Meinung, dass die Kosten für die Erstellung immaterieller Vermögenswerte aktiviert werden müssen, damit diese steuerlich als Anfangsverluste anerkannt werden können.

Haftung verloren?

Dies deckt sich nach unserer Meinung auch mit den Schlussfolgerungen aus der Broschüre des Fonds EP4. Für den Fonds EP4 bedeutet dies, dass ein Haftungskapital von rund 115 Mio € hätte ausgewiesen werden müssen.

Bilanz erschreckend leer

Die Bilanz 2005, die sie bei uns anfordern können, weist jedoch unter dem Posten Eigenkapital nur einen Betrag von 1,1 Mio. € aus. Selbst im Anhang findet sich kein Wort über das angebliche Haftungskapital von 115 Mio €!

Was steckt im Prüfungsbericht?

Ob die Finanzverwaltung die Verlustzuweisung aus den vorgenannten Gründen aberkannt hat, ließe sich nur durch eine Kontrolle des Betriebsprüfungsberichtes überprüfen, der liegt aber, soweit wir wissen, keinem externen Experten zur neutralen Prüfung vor.

Kein Hersteller, keine Herstellereigenschaft!

Nichtsdestotrotz ist angeblich bereits die fehlende Herstellereigenschaft ausreichend, um die Verlustzuweisungen aberkannt zu bekommen. Dann ist aber die Frage berechtigt, ob das Finanzgerichtsverfahren überhaupt gewonnen werden kann? Viele Gesellschafter würden sich mit Sicherheit hinter das Verfahren stellen, wenn der Geschäftsführer verbindliche Aussagen zu den Auswirkungen der mutmaßlich fehlenden Herstellereigenschaft tätigen würde.

Hersteller durch Darlehen?

Nach unserer Lesart hat der Fonds im Jahr 2005 lediglich ein Darlehen gegeben, welches zudem Ende 2012 an die Gesellschaft zurückgeführt worden ist. Auch die Analyse der Rückzahlung des mutmaßlichen Darlehens wirft mehr Fragen auf als sie beantwortet. Die Summe aus den Inhaberschuldverschreibungen und den Gesellschaftereinlagen passt, selbst nach großzügigem Abzug aller Weichkosten, nicht zu dem Rückzahlungsbetrag aus dem Jahr 2012. Das führt unweigerlich zu der Frage, ob dem Fonds jemals das Geld aus den Inhaberschuldverschreibungen zur Verfügung gestellt worden ist?

Equity Pictures KG 4 – was kommt noch?
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