Equity Pictures Medienfonds IV

Am 02.01.2019 wurde der Jahresabschluss der Equity Pictures Medienfonds GmbH & Co. KG IV im Bundesanzeiger veröffentlicht. Der Geschäftsführer beruft sich auf die Billigung des Jahresabschlusses für das Jahr 2017 die am 14.11.2018 erfolgt sein soll. Bis heute stehen die Gesellschafter mit fast 41 Millionen Euro in der Kreide. Etwas eleganter liest sich dies im JA 2017:

Die Gesellschaft weist aufgrund der aufgelaufenen bilanziellen Verluste und der getätigten Entnahmen, die zusammen die Kapitaleinlagen der Kommanditisten übersteigen, zum 31.12.2017 einen nicht durch Vermögenseinlagen gedeckten Fehlbetrag der Kommanditisten in Höhe von TEUR 41.171 aus.

Jahresabschluss 2017 (veröffentlicht im Bundesanzeiger am 2.1.19)

Was bedeutet das für die Anleger?

Kurz gesagt: die Kommanditisten haften im Außenverhältnis in Höhe der getätigten Entnahmen. In den meisten Fällen handelt es sich um rund 40 bis 50 % der Zeichnungssumme, die für den jeweiligen Kommanditisten noch verloren gehen können. Aus erster Hand wissen wir, dass es für einige Anleger existenziell bedrohlich werden könnte, sollten diese zur Zahlung der restlichen Zeichnungssumme aufgefordert werden. Wie sich an unzähligen anderen Fonds belegen lässt, ist dies ein Szenario, welches eintreten kann.

Der kluge Mann baut vor oder geht halt voran …

Die Veränderung der Kapitalkonten zu den jeweiligen Vorjahresvergleichen lässt darauf schließen, dass ein großer Teil der Kommanditisten die Gesellschaftsbeteiligung gekündigt hat. Auch die Mitglieder der iipk haben sich größtenteils von der Gesellschaft verabschiedet. (Über die Ausstiegskonditionen informieren wir Sie gerne in einem vertraulichen Gespräch.) Vielen Gesellschaftern war ein Ende mit Schrecken lieber, als ein Schrecken ohne Ende. Es ist nämlich in Anbetracht des anstehenden Steuerverfahrens der Gesellschaft nicht so bald mit einem Ende zu rechnen. Da die Kosten für die Gesellschaft jedoch weiterlaufen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die aktuellen liquiden Mittel aufgebraucht sind und die Gesellschafter zu weiteren Einzahlungen verpflichtet werden. Wer vor diesem Hintergrund die nächste Hiobsbotschaft aus dem Jahresabschluss liest, kann sich bestimmt bereits jetzt ausmalen, was auf die verbliebenen Gesellschafter noch zukommen mag.

Die Bewertung wird trotz der bestehenden bilanziellen Überschuldung weiterhin unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit (§252 Abs. 1 Nr. 2 HGB) vorgenommen, da der aufgelaufene Fehlbetrag voraussichtlich durch spätere Gewinne und durch die Veräußerung der Filmrechte ausgeglichen wird. Dessen ungeachtet haften die Kommanditisten im Außenverhältnis in Höhe der getätigten Entnahmen nach § 172 Abs. 4 S. 2 HGB.

Bundesanzeiger (Jahresabschluss der Gesellschaft veröffentlicht am 2.1.19)

Wenn Sie noch zu den Gesellschaftern gehören, die dem Fonds noch nicht den Rücken gekehrt haben, sollten Sie sich die zitierten Passagen aus dem Jahresabschluss mal von Ihrem Steuerberater interpretieren lassen.

Fortführung der Unternehmertätigkeit?

Vielleicht fragen sich jetzt einige Gesellschafter, ob sie was verpasst haben? Der Fonds hat doch angeblich zum Ende 2012 sein operatives Geschäft eingestellt? Aber auch hinter dieser Aktion steckt u.E. eine Strategie, die für die Gesellschafter noch richtig teuer werden kann.

… aber das Steuerverfahren!

Des Geschäftsführers liebstes Kind:

An unserer Beurteilung hinsichtlich der guten Erfolgschancen, die durch die Finanzverwaltung gewollten und vorläufig durchgesetzten Änderungen der steuerlichen Ergebnisse durch die Finanzgerichte aufheben zu lassen, hat sich nichts geändert.

Bundesanzeiger (Jahresabschluss der Gesellschaft veröffentlicht am 2.1.19)

Säße ich in diesem Sessel, würde ich auch von guten Chancen sprechen. (Ein Synonym für Chance ist übrigens Hintertür!)

Vorschussbetrug durch FOREX-Händler

Scam ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Vorschussbetrug

Scammer: Anglizismus für Vorschussbetrüger

Devisen, Optionsscheine, Zinspapiere, die Liste der Finanzinstrumente, die vorzugsweise von Scammern angeboten werden, ist quasi unendlich lang. Und es hat sich mittlerweile herausgestellt, dass umso mehr Investoren gefunden werden, je exotischer die Bezeichnung des jeweiligen Finanzinstruments ist. Ein gutes Beispiel hierfür sind die “Binären Optionen“. Wenn schon die Anbieter keine passenden Worte finden, um ihre eigenen Angebote ausreichend zu erklären, wie soll dann der geneigte Anleger das wahre Risiko erkennen?

Nichts ist, wie es scheint …

Eine Internet-Seite ist schnell aufgesetzt. Professionelle Templates mit kompletten Texten und Bildern ausgestattet lassen sich heutzutage für wenige Euros kaufen und binnen Minuten installieren. Die Internet-Auftritte täuschen den Eindruck vor, es mit riesigen, alteingesessenen Firmen zu tun zu haben. Nur geübte Augen erkennen, das selbst die Fotos der angeblichen Mitarbeiter nur Überbleibsel aus dem jeweiligen Mockup sind. Dieselben Fotos zieren die Team-Seiten von Hunderten weiterer Webseiten, die oft ähnliches im Sinn haben.

Die Spreu vom Weizen trennen.

Trotzdem gibt es einige Möglichkeiten, sich schnell und kostenlos über den jeweiligen Anbieter zu informieren. Als erste Anlaufstelle dient bei jeder Internet-Seite immer das Impressum. Es muss bei deutschen Anbietern von der Start-Seite aus aufrufbar sein und enthält bereits eine Menge an gesetzlich vorgeschriebenen Informationen. Wer hier nicht mindestens die vollständige Adresse, die Telefonnummer, sowie den vollständigen Namen des Geschäftsführers oder CEO vorfindet, sollte bereits mehr als gewarnt sein. Ein Sitz in Deutschland und eine ausländische Telefonnummer und vice versa, sollten genauso skeptisch machen, wie abgekürzte Namen. Sollten die Namen der Mitarbeiter oder Initiatoren wie Jane oder John Doe klingen, ist die Assoziation zu unbekannten Toten bereits ein wirksames Alarmsignal.

Suchen Sie nach den Aufsichtsbehörden

Neben dem Impressum – sofern eines vorhanden ist – sollte ein Link auf die jeweilige Aufsichtsbehörde gesucht und gefunden werden. Seriöse Unternehmen halten an geeigneter Stelle entsprechende Einträge vor. Und alle maßgeblichen Aufsichtsbehörden haben Listen der Gesellschaften, die über die notwendigen Erlaubnisse verfügen.

Legal-Techs: Ihre Fluggasthelfer?

Legal-Techs sind Unternehmungen die sich mit der technologischen Umsetzung von Rechtsdienstleistungen beschäftigen. Grob gesagt geht es also um Rechtsdienstleistungen im Internet. Diese Unternehmungen wachsen derzeit wie Pilze aus dem Boden und empfehlen sich für alle möglichen Aspekte des täglichen Rechts.

Akquisemaschine für Rechtsanwälte

Während auf der einen Seite Software dafür sorgt, dass Rechtsanwälte Mandanten akquirieren können, wird auf der anderen Seite dafür gesorgt, dass Verbraucher gezielten rechtlichen Rat erhalten. Speziell große Anwaltskanzleien haben das Potenzial des Internets in Verbindung mit den sozialen Medien und der gezielten Suchwort-Werbung entdeckt. Seit einigen Jahren fließen hier Unsummen Werbegelder an die entsprechenden IT-Dienstleister. Und nach wie vor ist es für die werbenden Rechtsdienstleister ein mehr als lohnendes Geschäft, welches trotz des umfangreichen speziellen Werbeverbotes für Rechtsanwälte einen ungehemmten Zulauf genießt.

Fluggastrechte, Verkehrsunfälle, Radarfallenopfer, …

Legal-Tech Unternehmungen lohnen sich vor allen Dingen in den Bereichen, in denen häufig gleich gelagerte Fälle auftreten. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Durchsetzung von Fluggastrechten, die Hilfe für Geschädigte bei Verkehrsunfällen oder auch die Unterstützung der Verkehrsteilnehmer, die sich zu unrecht “geblitzt” fühlen.

Rechtsrat nach dem Gießkannenprinzip

Diese Form der Rechtsberatung lohnt sich für die Betreiber nur als reines Massengeschäft. Nur, wer formularmäßigen Rechtsrat benötigt, kommt bei diesen Gesellschaften auf seine Kosten. Auch die Werbemethoden der diversen Portale decken die wahren Absichten dieser Unternehmungen schnell auf. Aussagen wie: “99 % aller Blitzerfotos sind falsch!” oder “Auszahlung von Fluggastentschädigungen innerhalb von 24 Stunden”, sollen den Rechtsratsuchenden zu einer (vor-)schnellen Entscheidung drängen. Ist die entsprechende Rechtsdienstleistungsvereinbarung erst einmal unterschrieben, gibt es nur noch ganz selten die Möglichkeit, sich noch einmal um zu orientieren.

Triviale Rechtsdienstleistungen

Als Informationsquelle für die verschiedenen rechtlichen Möglichkeiten, die man als Geschädigter haben mag, sind diese Portale mit Sicherheit gut geeignet. Für die Durchsetzung der eigenen Ansprüche ist jedoch der spezialisierte Rechtsanwalt aus unserer Erfahrung der bessere Partner. Während bei den jeweiligen Portalen nur das Werbegerüst gekauft wird und die anwaltliche Leistung in den Hintergrund gerückt wird, sollte es im Sinne des Geschädigten, nicht auf diese Art ablaufen.

Grauer Kapitalmarkt

Bei dem grauen Kapitalmarkt handelt es sich um den unregulierten aber noch legalen Teil des Kapitalmarktes. Ihn zeichnet vor allen Dingen die fehlende staatliche Aufsicht aus. Der Reiz für die dort tätigen Unternehmen liegt im Besonderen darin, dass keine Erlaubnis einer staatlichen Behörde benötigt wird.

Bernhard Ehlen

Hochrisikosegment

Allgemein sollten sämtliche Engagements in diesem Bereich des Kapitalmarktes mit besonderer Vorsicht erfolgen.

Wo Schatten ist, ist auch Licht!

Neben den ganz offensichtlichen Nachteilen, bietet der graue Kapitalmarkt verschiedenen Gruppen von Marktteilnehmern auch erhebliche Vorteile: speziell kapitalschwache Unternehmen (wie zum Beispiel Unternehmensgründungen, also start-ups) haben über den grauen Kapitalmarkt erleichterten Zugang zu Investoren und Kapital.

Risiken und Gefahren

Durch die fehlende staatlicher Aufsicht sind die Produkte des grauen Kapitalmarktmarktes besonderen Risiken und Gefahren unterworfen.

Enormer finanzieller Schaden

Verschiedene Statistiken deuten darauf hin, dass der jährliche Schaden bei über 20 Milliarden € liegt. Es ist mit Sicherheit dem Umstand zu verdanken, dass viele Anleger schwarz Geld für Investitionen benutzen, dass nur wenige Fälle zur Anzeige gebracht werden. Oft sind es auch haarsträubende Geschichten, die eine Vielzahl von Anlegern dazu verleitet haben, Geld zu investieren.

Wenn etwas zu schön ist um wahr zu sein, ist es das meist auch!

Teilweise lässt sich auch beobachten, dass viele geschädigte Anleger sich ob ihrer Anlageentscheidung schämen und alleine aus diesem Grund auf eine strafrechtliche Verfolgung verzichten.