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Phoenix: Jetzt soll auf Pump entschädigt werden PDF Drucken
Not macht bekanntlich erfinderisch. Diese Tatsache beweist sich einmal mehr im Falle der Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW). Sie soll die rund 30.000 Anleger der insolventen Phoenix Kapitaldienst GmbH entschädigen. Leider fehlt es ihr dafür an den notwendigen Mitteln und auch alle bisherigen Versuche, diese Mittel zu beschaffen, scheiterten bisher (wir berichteten). Daher sollen jetzt neue Wege zur Geldbeschaffung beschritten werden.
Die notwendigen ca. 200 Mio. Euro sollen nun in Form eines Kredites beschafft werden. Das teilte jedenfalls das Bundesfinanzministerium im Rahmen einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage mit. Offen ist allerdings, wie die EdW einen Kredit in dieser Größenordnung absichern will. Bereits im Jahr 2007 hatte die Organisation versucht, Geld mit Hilfe einer Bürgschaft des Bundes zu besorgen. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hatte dem Vorhaben seinerzeit nicht zugestimmt, so dass die Möglichkeit der Fremdfinanzierung der Entschädigungsleistungen nicht realisiert werden konnte (wir berichteten).

Damit bleibt nach wie vor offen, wo nun das Geld für die Entschädigung der Phoenix-Opfer herkommen soll. Angeblich befinden sich derzeit nur rund 2,2 Mio. Euro in der Kasse und die nächsten Mittelzuflüsse aus Mitgliedsbeiträgen werden erst für September erwartet. Aber auch diese werden bei weitem nicht ausreichen. Der FDP-Finanzexperte Schäffler hat laut Meldung des Handelsblatts vom 23. Juli 2008 vorgerechnet: "Wenn die EdW in dem Tempo weitermacht, dauert es mindestens 15 Jahre, alle rund 30 000 Anleger zu entschädigen".
 

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